DIE SALZTANGENTE

Ein Projekt im Rahmen der Skulptur-Biennale Münsterland 2005

Dauerhafte Installation (public art) auf 80km zwischen Gronau und Bocholt.
Münsterland, Deutschland, seit 2005

Die Salztangente: Standort Gronau - Epe (km 10,8)
Die Salztangente: Standort Ahaus - Haus Horst (km 23,1)
Die Salztangente: Standort Ottenstein - Hörsteloe (km 34,4)
Die Salztangente: Standort Vreden - Ostendarp (km 45,9)
Die Salztangente: Standort Stadtlohn - Wenningfeld (km 51,5)
Die Salztangente: Standort Südlohn - Oeding (km 66,3)

photo: Lisa Kannenbrock

Die Salztangente: Standort Borken - Burlo (km 73,8)
Die Salztangente: Standort Bocholt - Barlo (km 79,4)
Die Salztangente
 
Die Salztangente: Standort Gronau - Epe (km 10,8)
Die Salztangente: Standort Ahaus - Haus Horst (km 23,1)
Die Salztangente: Standort Ottenstein - Hörsteloe (km 34,4)
Die Salztangente: Standort Vreden - Ostendarp (km 45,9)
Die Salztangente: Standort Stadtlohn - Wenningfeld (km 51,5)
Die Salztangente: Standort Südlohn - Oeding (km 66,3)
Die Salztangente: Standort Borken - Burlo (km 73,8)
Die Salztangente: Standort Bocholt - Barlo (km 79,4)
Die Salztangente
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Das im Rahmen der Skulptur-Biennale im Münsterland entstandene Projekt Die Salztangente setzt – ähnlich wie  Turing Tables – an einem geologischen Visualisierungsproblem an, bezieht sich allerdings in diesem Fall nicht auf eine durch aktualisierte Daten als Echtzeit konstruierte Jetztzeit, sondern auf einen kaum vorstellbaren Zeitraum von zweihundert Millionen Jahren.

Im Kreis Borken im Münsterland erstreckt sich ein großer Bestand unterirdischer Salzlagerstätten, die erdhistorisch, aber auch kulturgeschichtlich bedeutsam für diese Region waren und sind. Franz John hat dort entlang einer etwa 80 Kilometer langen, als Fahrradwanderweg angelegten ‘Tangente’ Felder aus 1-6 Meter hohen Stäben aufgebaut, die auf die vergangene Wasserhöhe des für die Salz­stock­bil­dung verantwortlichen, inzwischen lange ausgetrockneten ‘Urmeeres’ aufmerksam machen, an dessen Stelle eine ‘Kulturlandschaft’ getreten ist, die sich unter anderem auch über ein Nutzverhältnis zu den Salzvorkommen definiert.

Radfahrer können sich so auf ihrem Weg gewissermaßen in einen vorgestellten Unterwasserraum, aber auch in einen ganz wörtlich ‘erfahrbar’ gewordenen Geschichtsraum versetzen, wobei die farbige Markierung auf einer an geologischen Karten orientierten Skala zwischen blau und grau die an dieser Stelle gegebene Stärke des Salzvorkommens indiziert.

In denkbar großem Unterschied zu formal vielleicht ähnlich scheinenden Land-Art-Experimenten der sechziger und siebziger Jahre steht für Franz Johns Arbeit das Mediale im Mittelpunkt, das zwischen abstrakter Erkenntnis und individueller Erfahrung vermittelt. (…)
Clemens Krümmel

 


Weiterführende Informationen:
Franz John – Die Salztangente  (Website zum Projekt, u.a. mit GPS-Koordinaten)
NRW-Skulpturenführer: Franz John – Die Salztangente
kunstaspekte.de: Skulptur-Biennale Münsterland 2005

Franz John – Die Salztangente  | Katalog & Projektinfo mit detaillierten Radkarten
Hrsg. Kreis Borken – Kulturamt,  ISBN 3-937432-09-4